
Ivy hatte ihren gelben Regenmantel schon angezogen, bevor jemand die Schuhe gefunden hatte.
„Die Pfützen warten bestimmt schon“, sagte sie.
Draußen hatte der Regen aufgehört. Neben dem Bordstein lag eine Pfütze, so breit wie ein kleiner Teich. Button, Ivys Kaninchen, saß in seinem Korb und schaute sehr ernst heraus.
Ivy machte einen vorsichtigen Sprung. Platsch.
Neben dem Gully glitzerte etwas. Es war kein Knopf und keine Münze. Es war ein kleiner brauner Samen mit einem warmen Licht darin.
„Hallo, kleiner Samen“, sagte Ivy und nahm ihn in die Hand.
Der Samen blinkte einmal.
Da hörte Ivy ein leises Schaben. Eine Schnecke wollte über einen schmalen Wasserlauf kriechen, doch das Wasser schob sie jedes Mal ein Stück zurück.
„Der Samen hat etwas gesehen“, sagte Ivy.
Mama fand ein breites Blatt. Ivy legte es wie eine Brücke über das Wasser. Die Schnecke krabbelte langsam hinüber. Als sie auf der anderen Seite war, leuchtete der Samen ein bisschen heller.
„Bitte sehr“, flüsterte Ivy.
Auf dem Heimweg trug sie den Samen in ihrer Manteltasche. Vor dem Gartentor blinkte er noch einmal. Dort lag ein kleiner roter Handschuh unter einer Hecke.
„Der gehört bestimmt jemandem“, sagte Ivy.
Sie legte ihn auf die niedrige Mauer neben der Haustür. Mama schrieb einen kleinen Zettel: GEFUNDEN.
Zu Hause bekam Button sein Heu. Ivy stellte den Samen in ein Schälchen auf das Fensterbrett. Er leuchtete nicht mehr hell, nur so viel, dass Ivy ihn sehen konnte.
„Morgen braucht vielleicht wieder jemand Hilfe“, sagte sie.
„Vielleicht“, sagte Mama. „Aber heute hast du schon gut hingeschaut.“
Ivy kuschelte sich ins Bett. Draußen tropften noch ein paar Regentropfen von den Blättern. Der kleine Samen stand sicher am Fenster. Ivy musste nicht mehr darüber nachdenken, wer ihn brauchen könnte. Sie schloss die Augen und schlief bald ein.
